Brauche ich eine Cyberversicherung?

Die Digitalisierung hat bereits unzählige Chancen, Innovationen und Vorteile mit sich gebracht und wird zweifelsfrei auch zukünftig noch viele weitere Möglichkeiten bieten, um uns die verschiedensten Lebensbereiche zu erleichtern. Aber auch hier gibt es die sprichwörtliche Kehrseite der Medaille: Die Cyberkriminalität.

Cyberkriminalität Dieser Begriff beschreibt Straftaten, welche sich gegen informationstechnische Daten, Datennetze, Systeme und dergleichen richtet und/oder mithilfe dieser begangen werden.
Das Bundeskriminalamt teilt mit: „In diesem Phänomenbereich ist – wie in kaum einem anderen Deliktsbereich – eine kontinuierlich steigende Kriminalitätsentwicklung zu bilanzieren.“1

„In diesem Phänomenbereich ist – wie in kaum einem anderen Deliktsbereich – eine kontinuierlich steigende Kriminalitätsentwicklung zu bilanzieren.“

Dieser Umstand macht besonders Unternehmen zu lukrativen Zielscheiben für Cyberkriminelle, da diese sich hier bei erfolgreichen Angriffen besonders hohe Gewinne erhoffen. Wer dabei aktuell der Meinung ist, dass lediglich Großkonzerne sich Gedanken um Cyberkriminalität machen müssen, liegt hier leider falsch. Cyberkriminelle haben längst auch kleine und mittelständische Unternehmen erfolgreich auf dem Radar. Schadenfälle der vergangenen Jahre haben gezeigt, dass tatsächlich jedes Unternehmen, das auf digitale Geschäftsprozesse setzt und/oder mit sensiblen Kundendaten arbeitet, von dem Risiko betroffen ist. Ein einfacher Klick auf einen trügerischen E-Mail-Anhang und dein Computer wird verschlüsselt, ein Hacker, der sich Zugang zu deinem Computersystem und somit auf vertrauliche Daten verschafft oder elektronisch gespeicherte Kundendaten, die in die falschen Hände geraten – Diese Dinge sind schnell geschehen und können schwere finanzielle Schäden verursachen. Eine Cyberversicherung schützt dich vor der finanziellen Last eines solchen Ereignisses und sichert somit den Fortbestand deines Unternehmens.

Was deckt die Cyberversicherung ab?

In der Regel abgedeckt durch die Cyberversicherung:

  • Cyber-Haftpflichtschäden, also Schadensersatzforderungen Dritter, resultierend aus Hackerangriffen, Datenschutzverletzungen, Datenverlusten, etc. Zusätzlich wird dir als Bestandteil der Versicherung ein passiver Rechtsschutz (Abwehr unberechtigter Ansprüche) geboten.
  • Cyber-Eigenschäden, also eigene Kosten, die im Zuge eines Cyberangriffes entstehen können (IT-Forensik, Datenwiederherstellung, anschließende Sicherheitsoptimierungen, etc.) werden ebenfalls abgedeckt. Hierbei muss beachtet werden, dass nicht-kriminelle Cyberschäden, also solche, die intern durch menschliches oder technisches Versagen oder durch Umwelteinflüsse (zum Beispiel Datenverlust durch Überschwemmung) verursacht werden, ebenfalls im Versicherungsschutz inkludiert werden können.

Worin unterscheidet sich die Cyberversicherung von der IT-Haftpflichtversicherung?

Obwohl die Begriffe „Cyberversicherung“ und „IT-Haftpflichtversicherung“ zunächst so scheinen, als seien sie lediglich verschiedene Bezeichnungen für dasselbe Produkt, handelt es sich hierbei doch um zwei sehr unterschiedliche Versicherungen. Zwar decken beide Versicherungen Schäden im Bereich Computer und Internet ab, jedoch unterscheiden sich die jeweils abgedeckten Schadensrisiken voneinander.

Die IT-Haftpflichtversicherung kommt vor allem für Personen- oder Sachschäden verursacht durch die IT-bezogene Tätigkeit eines Unternehmens auf. Ebenfalls abgedeckt von der IT-Haftpflichtversicherung sind reine Vermögensschäden, die beispielsweise durch fehlerhafte Beratung oder defektive Software entstehen können.

Die Cyberversicherung deckt im Gegensatz zu einer IT-Haftpflichtversicherung jedoch vor allem Schäden von außen, also von Hackern & Co verursachte Eigen- und Haftungsschäden ab. Verursacht ein solcher Cyber-Angriff also einen Schaden am Unternehmen oder an seinen Kunden und Geschäftspartnern, übernimmt die Cyberversicherung die anfallenden Kosten.

Wie finde ich den richtigen Tarif für eine Cyberversicherung?

Der erste Schritt, den du auf der Suche nach deiner Cyberversicherung unternehmen musst, ist eine ausführliche Risikoanalyse. So kannst du sowohl gefährliche Versicherungslücken als auch unnötige Kosten durch überflüssige Leistungen vermeiden. Tipp: Solltest du Unterstützung bei der Risikoanalyse gebrauchen, kannst du dich gerne von den Gewerbe-Experten von Gewerbeversicherung24 beraten lassen.

Wichtig: Die Cyberversicherung sollte grundsätzlich als eigenständige Versicherung abgeschlossen werden. Da sowohl das Risiko als auch das Produkt relativ neu ist, haben viele Versicherer das Risiko bisher provisorisch als Einschluss in der Betriebshaftpflicht abgedeckt. Cyberversicherungen im Rahmen einer Betriebshaftpflichtversicherung reichen in den meisten Fällen jedoch NICHT aus, da hier nur Kosten bis zu einer bestimmten Höhe übernommen, dafür jedoch keine Sonder- und Präventivleistungen angeboten werden. Mittlerweile bieten immer mehr namhafte Versicherer eigenständige und vor allem leistungsstarke Tarife für die Cyberversicherung an.

_____________

1 Bundeskriminalamt: Cybercrime Bundeslagebild 2016

ein Kommentar

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: