Die weltweite Ausbreitung des Coronavirus 2019-nCoV beunruhigt mittlerweile nicht nur Privatverbraucher, sondern auch manch einen Gewerbetreibenden. Zu den gefährdeten Branchen gehören vor allem die Lebensmittelherstellung bzw. -verarbeitung sowie Hotel- und Gastronomiebetriebe. Insbesondere aus diesen Reihen fragt man sich nun, ob es sinnvoll ist, die neuen Risiken durch den Abschluss einer speziellen Gewerbeversicherung abzusichern.

Wie gefährlich der Coronavirus für Gewerbetreibende aktuell ist, und welche Versicherungen mitunter sinnvoll sein können, werden wir im Folgenden kurz und knapp erklären.

Übertragung über Lebensmittel sehr unwahrscheinlich

Wie das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) am 3. Februar 2020 mitgeteilt hat, ist eine Übertragung des Coronavirus über kontaminierte Lebensmittel als unwahrscheinlich zu bezeichnen. Dasselbe gilt für Produkte, die nach Deutschland importiert wurden. Bislang sind demnach keine Infektionen bekannt, die etwa aus dem Verzehr kontaminierter Lebensmittel resultieren. Dennoch kann es sinnvoll sein, sich auch mit Blick auf zukünftige Risiken in einem ausreichenden Maß abzusichern.

Tipps für Umgang mit Lebensmitteln

Das Risiko für eine Übertragung des Virus über kontaminierte Lebensmittel ist wie bereits erwähnt zwar gering, jedoch sollte das nicht dazu führen, dass die allgemeinen Hygiene-Regeln vernachlässigt werden. Aus diesem Grund sollte aktuell noch bewusster auf regelmäßiges Händewaschen geachtet werden. Krankheitserreger können etwa über rohe Lebensmittel (Fisch, Geflügel, Eier etc.) oder über infizierte Personen in die Küche gelangen.

Hygiene-Tipps im Überblick:

  • Erhitzen von Lebensmittel kann Infektionsrisiko senken (Viren sind hitzeempfindlich)
  • Mitarbeiter für persönliche Hygiene sensibilisieren (u.a. saubere Hände, Kleidung)
  • Kreuzkontaminationen vermeiden (verschiedene Küchenutensilien für verschiedene Lebensmittel verwenden)

Warum ist der Coronavirus gefährlich?

Der Ausbruch des Viruses lässt sich in die chinesische Großstadt Wuhan zurückverfolgen, wo sie Ende Dezember 2019 ausgebrochen ist. Es handelt sich um eine Atemwegserkrankung, die bislang noch relativ unerforscht ist. Bekannt ist, dass Coronaviren unterschiedliche Krankheiten auslösen können. Möglich sind, neben gewöhnlichen Erkältungen, auch Krankheitsverläufe, die grundsätzlich tödlich verlaufen können (z.B. Middle East Respiratory Syndrome bzw. Severe Acute Respiratory Syndrome). In Deutschland gibt es bislang nur eine sehr geringe Anzahl bestätigter Coronavirus-Infektionen (Stand: 11. Februar 2020).

Betriebsschließungsversicherung als Reaktion auf Virusausbreitung?

Eine Betriebsschließungsversicherung richtet sich insbesondere an Betriebe, die Lebensmittel verarbeiten, vertreiben oder herstellen. Wenn hier der Verdacht besteht, dass sich Krankheiten oder Keime (z.B. Salmonellen) in den Betrieb eingeschlichen haben, haben die zuständigen Behörden die Pflicht, zur Abwehr von Gefahren einzugreifen. Konkret wird die Gesundheitsbehörde zum Zwecke des Seuchenschutzes die erforderlichen Maßnahmen treffen. Je nach Einzelfall kann die Behörde entscheiden, dass Lebensmittel vernichtet werden, der Betrieb zu desinfizieren oder komplett zu schließen ist. Die Folge einer solchen Betriebsunterbrechung: Der Betrieb erzielt keinen Umsatz und hat zusätzlich mit hohen Kosten zu kämpfen. Eine Betriebsschließungsversicherung kommt für den Ertragsausfall sowie für die entstandenen Kosten auf.

Fazit

Wenn die eigene Firma geschlossen wurde, weil der Verdacht besteht, dass sich Keime oder Krankheiten in den Betrieb eingeschlichen haben, ist es für den Abschluss einer Betriebsschließungsversicherung zu spät. Jeder noch so kurze Zeitraum einer Betriebsunterbrechung hat in der Regel einen hohen finanziellen Schaden zur Folge. Aus diesem Grund sollten sich insbesondere Betriebe, die im Bereich der Lebensmittelherstellung- bzw. Verarbeitung oder in der Gastronomie tätig sind, ernsthaft und frühzeitig mit der Thematik und der Relevanz für das eigene Unternehmen auseinandersetzen.

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