Cybercrime: Kriminelle nutzen Corona-Pandemie

Dem Fachmagazin CT ist es im März gelungen an einer Videokonferenz des bayrischen Innenministeriums teilzunehmen, ein Aktionär von Zoom reichte im April eine Sammelklage wegen Cybervorfällen gegen den Emittenten ein und auch in Deutschland häufen sich Meldungen zur Cyberkriminalität.

Wir verdeutlichen mit Beispielen die Methodik, mit der Urheber von Schadsoftware deren Verbreitung vorantreiben, geben Tipps wie Unternehmen Mitarbeiter*innen zum Thema Cybersicherheit sensibilisieren können und erklären welche Schäden versicherbar sind.

Bedingt durch Social Distancing muss Kommunikation, die normalerweise im kurzen Gespräch stattfinden kann, digital erfolgen. Hierbei ist es wichtig, dass allen Mitarbeiter*innen klar ist, welche Kommunikationswege für vertraulichen Austausch genutzt werden können und an wen Sie sich bei einem Verdachtsfall wenden können.

Kriminelle legen an die Krisensituation assimilierte Köder aus

Bereits zum Beginn der Corona-Pandemie wurde das bekannte Dashboard der John-Hopkins-Universität kopiert und zur Verbreitung von Schadsoftware genutzt. Wird der Link geöffnet, installiert sich im Hintergrund eine Software, die unbemerkt Daten abgreift.

Das Bundeskriminalamt warnt außerdem vor Phishing-Mails, die vermeintlich von Behörden, Institutionen oder Firmen versandt werden und potenziell schädliche Anhänge enthalten. Werden diese geöffnet, droht eine Verschlüsselung des Gerätes, die je nach Sicherheitskonzept sogar auf die Unternehmensserver überspringen können. Die Verschlüsselung durch sogenannte Ransomware lässt sich nur durch die Zahlung einer Lösegeldsumme rückgängig machen, alternativ muss alle betroffene Hard- und Software entsorgt und neu angeschafft werden.

Die Studie „E-Crime in der deutschen Wirtschaft 2019“, welche von KPMG durchgeführt wurde, stellt fest, dass in den vorherigen zwei Jahren von zehn deutschen Unternehmen fast die Hälfte von Cyberkriminalität betroffen waren. Ein Haupteinfallstor für Cyberkriminelle stellt der Faktor Mensch dar. Deshalb raten wir Unternehmer*innen die eigenen Mitarbeiter*innen zu sensibilisieren.

Menschliches Fehlverhalten birgt großes Risiko

Durch die Vielzahl an Nachrichten, die im geschäftlichen Kontext übermittelt werden, besteht ein großes Potenzial das Unternehmensnetzwerk mit Schadsoftware zu infizieren.

  • Achten Sie bei E-Mails auf den Absender.
  • Nutzen Sie Ihre geschäftlichen Endgeräte nicht zur privaten Kommunikation.
  • Öffnen Sie keine privaten E-Mails und senden Sie keine Links in unternehmensinterne Messenger-Gruppen weiter.

Wenn Ihnen eine E-Mail verdächtig vorkommt, öffnen Sie auf keinen Fall den Dateianhang.

  • Besondere Vorsicht gilt bei Nachrichten von offiziellen Behörden und Institutionen.
  • Häufig werden auch die E-Mail-Adressen von Kolleg*innen und Führungskräften imitiert.

Auch hier gilt: Kommt Ihnen eine Mail verdächtig vor, kontaktieren Sie den vermeintlichen Absender am besten direkt.

Mehrzahl an Schäden ist versicherbar

Schäden, die durch Cyberkriminalität entstehen, sind meistens vermeidbar. Deshalb schließen viele Versicherer Präventionsleistungen in die Cyberversicherungskonzepte ein. Kommt es doch zum Schaden, können verschiedene Bausteine abgedeckt werden.

Cyber- und Daten- Eigenschäden

Dieser Baustein deckt Schäden, die an Daten, Systemen und teilweise auch Hardware entstehen ab.

Cyber-Betriebsunterbrechung

Kommt der Betrieb durch Cyberkriminalität ganz oder teilweise zum Stillstand, wird der entgangene Umsatz ersetzt.

Cyber-Erpressung

Schäden, die durch die Verschlüsselung von Systemen entstehen sind abgedeckt. Teilweise schließen Versicherer auch die Zahlung von Lösegeldforderungen ein.

Cyber-Zahlungsmittelschäden

Wer im Unternehmen Kreditkartendaten o.ä. verwaltet, kann den Missbrauch dieser widerrechtlich angeeigneten Daten durch Kriminelle versichern.

Cyber-Vertrauensschäden

Schäden, die durch Betrug oder Unterschlagung durch Betriebsangehörige entstehen, können über diesen Baustein in die Cyberversicherungspolice eingeschlossen werden

Cyber-Haftpflicht

Folgen von Schäden, die Dritten durch Verstöße gegen die Cyber-Sicherheit und NDA’s entstehen, sind über diesen speziellen Baustein zu versichern.

Weitere Informationen

Wenn Sie mehr Informationen zur Cyberversicherung wünschen, informieren Sie sich auf unserer Homepage oder setzen Sie sich unter 069 2043695 222 mit unserem Kundenservice in Verbindung.

FAQ – Die wichtigsten Versicherungsfragen zum Coronavirus

Seit einigen Wochen hält der Erreger SARS-CoV-2 die Welt in Atem, die Zahl der mit Corona infizierten Patient*innen steigt leider immer noch stetig an. Neben der gesundheitlichen Gefahr sehen viele Unternehmer*innen und Selbständige Ihre Existenzen durch Umsatzeinbußen aus Covid-19 bedingten Betriebsschließungen gefährdet. Medial kursieren Fakten und Urban Legens zur versicherungstechnischen Einzelfallbewertung der Situation. Unser FAQ hilft euch die Lage klarer zu sehen.

Mit Klick auf die Fragen kannst du direkt zur Antwort springen. Wenn du den gesamten Text lesen möchtest, scrolle einfach weiter nach unten.

Gibt es eine Corona Virus-Versicherung?

Wie prüfe ich, ob durch eine Betriebsschließung Versicherungsansprüche entstanden sind?

Deckt die Betriebsunterbrechungsversicherung Schäden durch Betriebsschließung?

In welchen Versicherungssparten können Schäden durch die Corona-Krise entstehen?

Kann ich mich jetzt noch gegen Schäden durch Corona versichern?

Wer hilft mir bei Fragen zu meinem Versicherungsvertrag?

Was zahlt eine Betriebsschließungsversicherung?

Was tun wenn die Versicherung nicht zahlt?

Gibt es eine Corona Virus-Versicherung?

Es gibt aktuell keine spezielle Versicherung, die die Gefahr „Corona-Virus“ abdeckt.

Wie prüfe ich ob Versicherungsansprüche aus der Schließung meines Betriebes entstanden sind?

Wenn du die Versicherungsbedingungen deines Vertrages vorliegen hast, kannst du mit unserer Step-für-Step Anleitung prüfen, ob ein Anspruch auf Versicherungsleistung besteht.

  1. Besteht eine Betriebsunterbrechungsversicherung?
  2. Prüfe ob die Deckungserweiterung „Betriebsschließungsversicherung“ enthalten ist
  3. Eruiere ob die Bedingungen deiner Betriebsschließungs- und Betriebsunterbrechungsversicherung einen generellen Ausschluss für Pandemien und Seuchen enthalten
  4. Prüfe ob die Versicherungsbedingungen der Betriebsunterbrechungsversicherung die Gefahren „Betriebsschließung auf Grund von behördlicher Anordnung“ oder „Betriebsschließung nach Infektionsschutzgesetz“ enthalten
  5. Checke ob die Versicherungsbedingungen des Deckungsbausteines Ausschlussklauseln für Pandemien und Seuchen enthalten
  6. Evtl. hast du die Deckungserweiterung „sonstige Gefahren“ oder „unbekannte Gefahren“ versichert. Unter Umständen kann der Schaden über diese Klauseln reguliert werden

Deckt die Betriebsunterbrechungsversicherung Schäden durch Betriebsschließung?

Viele Unternehmen verfügen über eine Betriebsunterbrechungsversicherung, diese wird meist gemeinsam mit einer Geschäftsinhaltsversicherung platziert. Damit die Betriebsunterbrechungsversicherung den entstandenen Schaden reguliert, muss allerdings ein versicherter Schaden eingetreten sein. Versichert sind die Gefahren: Feuer, Leitungswasser, Sturm/Hagel, Einbruchdiebstahl.

Teilweise schließen Betriebsunterbrechungsversicherungen den Deckungsbestandteil „Betriebsschließung“ ein.

Zusammenfassung:
  • Die Betriebsunterbrechungsversicherung leistet nicht für Schäden die durch Covid-19 entstehen
  • Lediglich der Baustein Betriebsschließung deckt Schäden
  • Hier ist es wichtig alle Ausschlüsse und Deckungsbestandteile zu überprüfen

In welchen Versicherungssparten können Schäden durch die Corona-Krise entstehen?

  • Betriebsschließungsversicherungen
  • Directors & Officers
  • Cyberversicherung
  • Transportversicherung
  • Veranstaltungsausfallversicherung
  • Rechtsschutzversicherung

Kann ich mich jetzt noch gegen Schäden durch Corona versichern?

Aktuell ist kein Abschluss einer passenden Betriebsschließungsversicherung mehr möglich. Du kannst aber noch eine Betriebsunterbrechungsversicherung mit Betriebsunterbrechung auf https://gewerbeversicherung.de/ vergleichen. Corona-Virus ist hier nicht mitversichert.

Wer hilft mir bei Fragen zu meinem Versicherungsvertrag?

Unsere Experten stehen für deine Fragen zur Verfügung. Du kannst uns eine E-Mail an kundenservice@gewerbeversicherung.de senden, telefonisch erreichst du uns unter 069 900 219 111

Was zahlt eine Betriebsschließungsversicherung?

Wenn einer deiner Mitarbeiter mit Corona infiziert ist, übernimmt die Betriebsschließungsversicherung evtl. die anfallenden Lohn- und Gehaltskosten. Wird dein Betrieb komplett geschlossen, errechnet sich die Versicherungsleistung aus der für den versicherten Zeitraum festgelegten Versicherungssumme. Wenn 100.000 € mit einer Versicherungsdauer von 12 Monaten abgedeckt sind, wird die Versicherungssumme durch die Anzahl der versicherten Tage (360) dividiert und mit der Dauer der Betriebsunterbrechung in Tagen multipliziert.

Vorausgesetzt ist, dass die entstandenen Schäden bedingungsgemäß versichert sind und keine Ausschlüsse gelten.

Was tun wenn die Versicherung nicht zahlt?

Wenn es zu Streitigkeiten mit dem Versicherungsunternehmen kommt empfehlen wir Ihnen die Meinung eines Fachanwaltes einzuholen.

Tipp: Viele Rechtsschutzversicherungen bieten eine kostenlose telefonische Beurteilung deines Rechtsfalles an.

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